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[Bloggerecho #4] Die ersten Zitadellen

EVE Online Citadel

Es hat lange gedauert, aber endlich sind sie da: die Zitadellen. Seit drei Wochen können sie nun gebaut und zerstört werden. Und die Kapselpiloten New Edens machen von beiden Möglichkeiten reichlich Gebrauch. Im neusten Bloggerecho regt Gramek dazu an, sich Gedanken über die Zukunft von Zitadellen zu machen. CCP Phantom scheint das Thema auch zu interessieren und er will die besten Beiträge sogar mit einem kleinen Dankeschön belohnen. Da muss ich natürlich mitmachen, denn wann hat man schon mal die Chance über neue Inhalte für EVE Online zu phantasieren und zu wissen, dass CCP das auch liest.

Erst aber noch einmal Grameks Aufruf zum Bloggerecho:

Nachdem das Upwellkonsortium die Baupläne für Zitadellen der Astrahusklasse Kapselpiloten zugänglich gemacht hat, sind innerhalb weniger Stunden hunderte neuer Zitadellen errichtet worden.
Wie ISD Lunaire Elois berichtete, wurde bereits über zehn Zitadellen in Gefechten zerstört.

Zitadellen versprechen der Mittelpunkt vieler zukünftiger Schlachten zu werden und dank ihrer niedrigeren Steuern könnten sie sogar den populären Tradehubs in Jita, Amarr, Rens und Co den Rang ablaufen.

Lass euch vom aktuellen Trailer inspirieren und schreibt über eure Visionen für Zitadellen.

Und für den Fall, dass irgendjemand den aktuellen Trailer noch nicht gesehen hat, binde ich ihn hier noch einmal ein.

Wie könnte nun also die Zukunft der Zitadellen aussehen? Zunächst einmal werden wohl noch sehr viele aufgebaut und abgerissen werden. CCP wird prüfen, ob sie mit der Verteidigungsfähigkeit und Funktionsweise der Zitadellen zufrieden sind und gegebenenfalls ein paar Attribute anpassen. Dann werden nach und nach weitere Funktionen ergänzt. Bei der Fanfest-Präsentation zu dem Thema hatte ich das Gefühl, dass CCP dafür schon einen recht klaren Fahrplan hat. Zum Beispiel braucht eine anständige Handelsstation die Möglichkeit, dort Kurierverträge erstellen und annehmen zu können. Dass Forschung und Produktion nicht auf Zitadellen, sondern in anderen Strukturen stattfinden sollen, steht auch schon fest.

Ich denke nach und nach werden Zitadellen zum Hauptquartier für immer mehr Kapselpiloten. Sie werden ihre Rolle als sicherer Hafen weiter festigen. Eventuell wird das auch ihre einzige Rolle bleiben und andere Funktionen, wie der Markt, werden in eigene Strukturen verschoben. Beim Fanfest wurde auch nicht ausgeschlossen, dass Forschung und Produktion wieder jeweils eigene Raumstationen bekommen,  so wie es ursprünglich geplant war.

Genau wie bei den Schiffen in EVE Online wird es zukünftig vielleicht auch bei den Strukturen eine Vielzahl verschiedener Typen, Klassen und Größen geben. Jede mit eigenen Vor- und Nachteilen, wobei die Zitadellen immer die wehrhaftesten bleiben werden. Darum fände ich es gut, wenn „kleinere“ Strukturen, wie Labore oder Fertigungsstationen, näher an die Zitadellen heranrücken dürften und nicht 1000 km Abstand halten müssten. Ähnlich wie Schiffe in Flotten sollten auch Strukturen sich gegenseitig beeinflussen oder helfen können. Vielleicht könnte eine in der Nähe verankerte Schiffswerft ihre fertigen Produkte direkt an eine Zitadelle liefern. Durch solche Vorteile könnten die Strukturbesitzer dazu gebracht werden, ganze Städte zu bauen. Für Angreifer könnten diese Ansiedlungen dann wiederum ein lohnenderes Ziele sein.

Da solche Städte aber nur von wohlhabenden Firmen und Allianzen errichtet und unterhalten werden könnten, würde ich mir auch noch ein paar Strukturen für kleinere Spielergruppen wünschen. Dazu habe ich auch schon ein paar völlig unausgereifte Ideen:

  • Bergbaukolonie: Eine Struktur für Miner mit viel Stauraum, in der Lieferverträge erstellt und angenommen werden können. Die Struktur hat gute Defensivwerte, aber keine offensiven Fähigkeiten. Nur Industrie- und Transportschiffe dürfen in der Struktur andocken. Die Struktur kann nur an einem Erzabbaugebiet aufgestellt werden. An jedem Erzabbaugebiet darf es jeweils nur eine dieser Strukturen geben.
  • Piratenversteck: Diese Struktur taucht nicht in der Overview auf. Sie kann nur im LowSec  aufgestellt werden und muss sehr weit (100 AU?) von der Sonne entfernt sein. In ihr können maximal Schlachtschiffe andocken. Ihre Verteidigungs- und Angriffsfähigkeiten sind eher schwach. Das Piratenversteck kann schneller als andere Strukturen auf- und abgebaut werden.
  • Schrottplatz: Die Struktur ermöglicht es den angedockten Piloten, im Sonnensystem Wracks zu finden, die auf einem Grid (Spielfeld) ohne Kapselpilot sind. Der Schrottplatz besitzt eine sehr gute Recyclinganlage. Jeder Scan nach Schiffswracks kostet ISK. Der Schrottplatz ist mein Versuch, den hauptberuflichen Salvager in New Eden einzuführen. Seitdem ich EVE – The Empyrean Age gelesen habe, gefällt mir die Vorstellung, das Sonnensystem in einem Missionhub nach Schiffswracks abzusuchen und  diese auszuschlachten. Bisher habe ich keinen Weg gefunden das zu tun, ohne die Koordinaten der Wracks von anderen Kapselpiloten zu erhalten.
  • Logistikzentrum: Hier können Frachtverträge aufgeteilt und gebündelt werden. Mit einem Netzwerk von Logistikzentren könnten Transportfirmen effizienter arbeiten. In diesen Lagerhäusern können nur Transportschiffe docken. Diese Struktur kann nur in der Nähe von Sprungtoren verankert werden. An jedem Sprungtor darf maximal ein Lagerhaus stehen. Die Struktur hat keine offensiven Fähigkeiten. Die Strukturen sind nicht zerstörbar, aber können eingenommen werden.
  • Agentenbüro: In dieser mittelgroßen Struktur können bis zu vier Missionsagenten arbeiten. Jeder Agent muss täglich bezahlt werden. Wo diese Struktur aufgestellt werden darf und welchen Level die Agenten haben, ist vom Ansehen des Strukturbetreibers bei der Fraktion und der Agentencorporation abhängig. An diese Struktur darf jeder Kapselpilot docken. Der Stationsbetreiber verdient anteilig an den Missionsbelohnungen (0,1%).
  • Brückenkopf: Dieses Materiallager kann schnell hinter feindlichen Linien errichtet werden und dient dazu, Munition und Schiffe bereitzustellen. Die Verteidigungsfähigkeit des Brückenkopfes wird mit der Zeit besser, bleibt aber immer unterdurchschnittlich. Brückenköpfe müssen sehr weit von der Sonne entfernt aufgebaut werden (100AU?).
  • Lauschposten: Diese Struktur liefert Informationen über die Region in der sie steht. Zum Beispiel wie viele Piloten sich in welchem System befinden und wie viele davon angedockt sind. Jeder Scan kostet ISK. Lauschposten besitzen keine offensiven und schlechte defensiven Eigenschaften. Allerdings können sie in der Nähe von Zitadellen aufgestellt werden.

    EVE Online Observatory Array

    Observatorium; Quelle: community.eveonline.com

  • Nachtclub: Leider gibt es in Zitadellen keine Möglichkeit, mit dem eigenen Kapselpiloten herumzulaufen. EVE Online bietet einem viele Möglichkeiten bei der Gestaltung des eigenen Avatars. Die optionalen Kleidungsstücke sehen klasse aus. Leider dient das alles aber nur dazu, sich ein Passbild zu erstellen oder in eine Zelle auf einer NPC-Station gesperrt zu werden. Vielleicht wird eine der neuen Strukturen ja ein Nachtclub oder eine Pilotenbar, in der man auch  mal andere Piloten treffen kann. Eventuell kann ja ein Türsteher dafür sorgen, dass nie mehr als zehn Spieler den Club betreten können, damit bei keinem die Grafikkarten schmelzen.

    EVE Online Nightclub

    EVE-Nachtclub (Entwurf); Quelle: reddit.com

Das wären erstmal so meine Visionen zum Thema Zitadellen und Strukturen. Ich bin gespannt, ob irgend etwas ähnliches seinen Weg in EVE Online findet oder ob es in eine ganz andere Richtung geht, an die ich jetzt noch gar nicht gedacht habe. Wichtig ist mir eigentlich nur, dass es jetzt nicht nur bei den drei Zitadellentypen und ein, zwei kleineren Strukturen bleibt.

Habt ihr noch eine Idee für eine neue Struktur? Dann lasst mir doch einen Kommentar da. o7

2 Kommentare

  1. Hat da jemand „walking on station“ gesagt? Ich finde die Idee des Piratenverstecks sehr interessant. Zumal Neovenator das Problem angesprochen hat, dass kleine Spielergruppen derzeit POSen nutzen, um nomadisch in Wurmlöchern zu leben. Wenn POSen also wegfallen, würde da eine Lücke entstehen, die aber viel Spielraum für neue Möglichkeiten bietet – wenn sie denn genutzt wird.

    • Degestus Chene

      18. Mai 2016 at 14:59

      Ja, ich weiß das „walking in station“ ein schwieriges Thema sein kann. Unabhängig von den ganzen Wenn und Abers fände ich das Feature aber sehr cool.

      Als Mitglied einer eher kleinen Corp und als langjähriger High-Sec-Carebear bin ich an noch mehr „kleinen“ Strukturen interessiert.

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