Kolkrabe

Ein EVE Online Blog

YC117.47 – Aus Fehlern lernen

EVE Online Combat Recon Ship RookAm Dienstag war es so weit: endlich wieder normal EVE zocken…mit der rechten Hand an der Maus. Endlich wieder volle Kontrolle mit vernünftiger Klickgeschwindigkeit und -genauigkeit. Nach sechs Wochen aufgezwungenem Linkshänderdasein war ich froh, mal etwas anderes als PI und Bergbau in EVE Online tun zu können.  Am Ende war der erste richtige Tag in New Eden aber vor allem lehrreich…und teuer.

Wegen einer Schulter-OP konnte ich sechs Wochen lang meine rechte Hand nur sehr eingeschränkt nutzen. Die Benutzung der Maus mit rechts war absolut tabu. Gezwungenermaßen habe ich EVE also nur mit der linken Hand gespielt. Damit war ich beim Klicken aber so langsam und ungenau, dass ich außer PI und Bergbau nichts in New Eden gemacht habe. Der Versuch, Kampfgebiete im High Sec mit einer Worm-Fregatte zu fliegen war so krampfig, dass ich es schnell aufgegeben habe.

Darum war ich am Dienstag auch überglücklich, als ich endlich wieder „ordentlich“ EVE zocken konnte. Um erst mal wieder warm zu werden, wollte ich die produzierten Waren von meinen Planeten einsammeln. Über die sechs Wochen hatte sich bei meinen vier PI-Charakteren einiges angesammelt. Wie viel merkte ich erst, als ich nach über einer Stunde immer noch dabei, war zwischen den Planeten hin und her zu fliegen. Drei meiner Charaktere können nur kleine Transportschiffe fliegen. Dann braucht es schon mal zwei, drei Flüge zu einem Zollbüro, um dort alles abzuholen. Das ganze wiederholte ich dann jeweils bei fünf bis sechs Planeten pro Charakter. Das einzige, was mir dabei etwas Spaß machte, war den ISK-Wert des Containers steigen zu sehen, in dem ich die Waren zwischenlagerte.

EVE Online Mining Barge ProcurerIch hatte die letzten Waren gerade abgeliefert, da bemerkte ich ein Bergbauschiff auf meinem Scanner. Ein fremder Kapselpilot wollte in unserem Wurmloch wohl gerade ein paar ISK verdienen. Während ich noch überlegte, ob ich dagegen etwas tun sollte, meldete sich auch schon ein Kollege, der das Schiff ebenfalls gesehen hatte. Er wollte den Asteroidendieb abschießen und mir juckte es auch in den Fingern. Nach einer Stunde als PI-Taxi wollte ich ganz dringend auf etwas schießen.


Mit einem getarnten Schiff suchte ich unseren Besucher und erstellte in seiner Nähe ein Lesezeichen, zu dem wir warpen konnten. Und dann ging alles ganz schnell. Mein Kollege warpte zu dem Eindringling und hinderte ihn am Flüchten. Ich machte mich in meiner Rook auf den Weg zu ihm, um mich an dem Abschuss zu beteiligen. Als ich mich im Warp befand, tauchten auf dem Scanner vier fremde Kampfkreuzer und ein Interceptor|Unterbrecher auf. Während mein Kollege noch flüchten konnte, landete ich direkt mit den feindlichen Schiffen in dem Asteroidenfeld. Als ich mich zur Flucht ausrichten wollte, bildete sich um mich herum schon eine Anti-Warp-Bubble und ich kam nicht mehr weg. Während die Rook noch zwei Minuten durchhielt, verglühte die Rettungkapsel innerhalb von zwei Sekunden.

EVE Online Combat Recon Ship Rook

Was ich aus der Sache gelernt habe:

  1. Wenn die Freunde aus der eigenen Corporation ein Procurer  Bergbauschiff benutzen, um Wurmlochbesuchern eine Falle zu stellen, dann ist die Chance hoch, dass eine fremdes Procurer Bergbauschiff im eigenen Wurmloch auch eine Falle ist.
  2. Wenn man die Zeit hat, sich ein Lesezeichen neben dem Eindringling zu machen, sollte man sich auch die Zeit nehmen, dessen Killboard zu überprüfen. Da könnte man dann sehen, dass der Pilot kein harmloser Asteroidendieb ist, sondern fast täglich andere Kapselpiloten abschießt.
  3. Wenn man flüchten will und der Warp wegen einer Störung (z.B. Bubble) nicht funktioniert, bleibt das Schiff stehen. Wenn man kein stationäres Ziel abgeben will, sollte man sich irgendwie bewegen. Am besten natürlich raus aus der Bubble.
  4. Man sollte gelegentlich überprüfen, mit welcher Station man den Vertrag für den Notfall-Clon hat. Die Station im Low-Sec, wo man vor einem Jahr mal ein Wochenende lang Spaß hatte und die 35 Sprünge von Jita weg ist, ist dauerhaft nicht die beste Wahl.
  5. Es ist viel einfacher geworden, verlorene Schiffe zu ersetzen.

Als ich 2009 mein erstes Schiff verloren habe, musste ich die Schiffshülle und jedes Modul  einzeln am Markt suchen, kaufen und  dann Stück für Stück zusammenbauen. Damals war nicht nur der Verlust des Schiffes schlimm, sondern auch das Klickfest, um es zu ersetzen. Jetzt geht das viel einfacher. Aus der Killmail kann man die Zusammenstellung der Ausrüstung speichern. Dieses gespeicherte Fitting kann man mit einem Klick kaufen. Nach dem man in das leere Schiff eingestiegen ist, reicht ein Klick auf [Fit] und die Module werden angebaut. Wirklich einfach. Das einzige was im Vergleich zu früher gleich geblieben ist, ist das blinkende Icon des Kontostandes am Ende der Einkaufstour. Aber irgendeinen Nachteil muss es ja haben, ein Schiff zu verlieren, sonst würde ich ja nichts daraus lernen.

Ich werde in Zukunft jedenfalls nicht mehr so vorschnell agieren und vor meinem Angriff gründlich die Lage prüfen. Und wenn etwas aussieht wie eine Falle, dann ist es vermutlich auch eine Falle. o7

Nach so viel Text möchte ich noch ein Video anhängen, dass ich diese Woche entdeckt habe. Dabei sind ein paar beeindruckende Aufnahmen von New Eden mit stimmungsvoller Musik unterlegt. Am besten schaut man sich das in Full-HD und Vollbild an.

1 Kommentar

  1. Wenn deine Chars nur kleine Transportschiffe fliegen können und PI-Haulern deshalb lange dauert, solltest du dir die Epithal mal ansehen … Geht mot Gallente Industry 1 …

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