EVE Online Fanfest 2016, Bring on the wrecking machine

Das EVE-Fanfest endete zwar schon vor zwei Wochen, aber ich bin erst jetzt wieder zurück. Denn anders als bei meinem ersten Fanfestbesuch, habe ich dieses Mal den Islandurlaub nicht vor-, sondern hinterher gemacht. Da ich Fanfest und Urlaub in vollen Zügen genießen wollte, habe ich nicht direkt aus Island gebloggt. Dadurch sind natürlich in der Zwischenzeit die ganzen Neuigkeiten schon an anderer Stelle behandelt worden. Auch die meisten Präsentationen hat CCP inzwischen auf Youtube bereitgestellt. Darum werde ich mich in diesem Beitrag auf meine Erlebnisse und Eindrücke vom Fanfest konzentrieren.

Obwohl das eigentliche Fanfest erst am Donnerstag (21. April) begann, gab es schon die ganze Woche kleinere Parties verschiedener Communities und spontane Treffen in den Bars von Reykjavik. Ich selbst bin erst am Mittwoch auf Island gelandet und konnte direkt an einem Treffen mit den deutschen CCP-Mitarbeitern CCP Shadowcat, CCP Phantom und GM Stinger teilnehmen. In einer hippen Brauerei in Reykjaviks altem Hafen und direkt unter dem CCP-Büro gab es kostenlos leckere Getränke, Essen und die ersten EVE-Fachsimpeleien. Ein würdiger Auftakt für die kommenden Tage. Das Treffen war die perfekte Gelegenheit, andere deutsche EVE-Spieler kennenzulernen und vielleicht noch jemanden zu finden, mit dem man gemeinsam das Fanfest unsicher machen kann. Leider war ich von der Anreise ziemlich erledigt und tickte auch noch nach deutscher Zeit, weshalb ich mich viel zu früh von dem Treffen verabschiedete.

EVE Fanfest Harpa

EVE Fanfest Veranstaltungsort: Harpa

Wegen der Zeitverschiebung hatte ich aber am Donnerstag auch kein Problem damit, relativ früh aufzustehen und schon mal zur Harpa zu schlendern, um dort mein Ticket abzuholen. Als Betreiber einer Fansite habe ich dieses Jahr mein Fanfest-Ticket kostenlos von CCP erhalten. Und als wäre das nicht schon toll genug, brachte dieses Ticket auch noch einen weiteren Bonus mit sich: Denn mit diesem Fansite-Ticket durfte ich immer schon etwas früher durch den Presseeingang zu den großen Präsentationen und konnte mir einen guten Platz sichern. So hatte ich einen tollen Blick auf Bühne und Redner, wie zum Beispiel CCPs Chef Hilmar Veigar als er das Fanfest eröffnete und alle begrüßte. Auch bei CCP Seagulls EVE Online Präsentation saß ich in der ersten Reihe. Wie schon beim letzten Fanfest, verstand sie es auch dieses Mal wieder, ihre Begeisterung auf die Zuschauer zu übertragen.

Der neue Trailer wurde auch beim zweiten Mal noch ausgiebig bejubelt. Und endlich war auch klar, worauf sich der „Bring on the Wrecking Machine“-Aufdruck der diesjährigen T-Shirts bezog.

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Leider wurde bei der EVE Online Keynote auch klar, dass es bei diesem Fanfest keine Ankündigung für die nächste große Erweiterung geben wird. Alles drehte sich um die Citadel-Erweiterung, die einige Tage später veröffentlicht werden würde und über deren Inhalte schon alles bekannt war. Darüber war ich anfangs etwas enttäuscht, aber inzwischen sehe ich es positiv: In den folgenden Tagen wurde klar, dass CCP erst einmal sicher gehen will, dass die Zitadellen richtig funktionieren, bevor sie sich auf etwas Neues stürzen. Früher bekam man zwar alle sechs Monate eine Erweiterung mit neuen Funktionen, aber wenn man Pech hatte, funktionierten diese nicht richtig und wurden dann erst nach Jahren repariert. Außerdem finde ich es gut, dass CCP die Spieler schon frühzeitig neue Funktionen testen und kritisieren lässt. Dadurch ist zwar die Überraschung nicht mehr so groß, aber wenn die Erweiterung dann erscheint, sind die neuen Inhalte dadurch viel ausgereifter. Es kann also sein, dass es auch bei zukünftigen Fanfesten nicht mehr die großen Ankündigungen geben wird und man sich stattdessen mehr darauf konzentriert, eine gute Zeit zu haben und EVE Online und seine Community zu feiern. Und das bringt auf jeden Fall auch eine Menge Spaß. Denn auch ohne großen Hype war die Stimmung auf dem Fanfest wieder sehr gut. Viele Präsentationen, bei denen ich war, waren sehr interessant und kurzweilig. Auch meine Entscheidung, mehr Zeit außerhalb der Präsentationen zu verbringen, war genau richtig, denn es war wieder sehr leicht, mit den Entwicklern und anderen Spielern ins Gespräch zu kommen. Meine Idee, dass Zitadellen einen eignen Chat-Kanal haben sollten, in dem nur dort angedockte Kapselpiloten sind, konnte ich CCP Fozzie bei einem Round Table unterjubeln. Meine Kritik an den täglichen Quests habe ich stecken lassen, nachdem ich mitbekommen habe, wie CCP Rise von zwei Spielern direkt nacheinander darauf angesprochen wurde.

Am Freitag hatte ich nur wenige Veranstaltungen auf meiner ToDo-Liste und habe mir viel Zeit für CCPs andere Spiele genommen. EVE: Gunjack habe ich zum ersten Mal mit einer Oculus Rift gespielt und es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Sollte ich irgendwann meinen PC fit für VR machen, dann werde ich mir dieses kleine, feine Spiel sicher holen. Auch EVE: Valkyrie habe ich wieder gespielt. Allerdings wurde dort mein Spaß etwas durch meine Unfähigkeit getrübt. Aber wie gut kann man schon in einem Spiel sein, dass man nur fünf Mal für 10 Minuten gespielt hat. Ich kann nur hoffen, dass ich mit einem eigenen VR-System und etwas Übung besser werde.  Ähnlich ungeschickt habe ich mich auch bei Project Arena angestellt. Mein Gegner hat leichtes Spiel mit mir und hat keinen einzigen Treffer kassiert. Etwas besser lief es zum Schluss immerhin bei Project Nova. Der Nachfolger zu Dust 514 spielte sich sehr flüssig, aber hatte für mich wenig mit dem EVE-Universum zu tun. Die gesamte Umgebung war auf Hochglanz poliert, hell erleuchtet und die Söldner rannten und hüpften durch die Gegend als gehörten sie zur Gummibärenbande. Das Projekt ist aber noch in einer sehr frühen Phase und von mir aus soll sich CCP dieses Mal mit der Entwicklung so lange Zeit nehmen, bis das Spiel all das kann, was damals bei Dust 514 versprochen wurde.

Am Samstag war mein Zeitplan etwas enger, denn ich wollte unbedingt zu einigen Veranstaltungen, wie den Round Tables der deutschen Community und der Wurmlöcher oder der Präsentation zum Thema Strukturen.  Dadurch verging der Tag schneller als mir lieb war. Die Abschlussveranstaltung war dann noch mal ein echtes Highlight. Vor allem die Ansprache des isländischen Präsidenten Ólafur Ragnar Grímsson war großartig. Hilmar, CCP Seagull und CCP Guard haben dann noch auf kommende Events hingewiesen und alle für die anschließende Party in Stimmung gebracht.

So richtig los ging die Abschlussparty für mich erst gegen 22:00 Uhr mit der Band Skálmöld. Deren Vikinger Metal ist eigentlich jenseits von aller Musik, die ich normalerweise höre. Allerdings hatten die Lieder der Jungs so eine Wucht und ich hatte durch die Lautstärke einen derartigen Adrenalinschub, dass ich kräftig mit dem Kopf genickt und mit dem Fuß gewippt habe. Und das ist wirklich das Höchstmaß an Begeisterung, die Musik bei mir auslösen kann. CCPs Permanband konnte diese Begeisterung bei mir aufrecht erhalten. Die Klassiker, die sie zum Anfang spielten, waren wunderbar zum Warmsingen geeignet, so dass man dann beim abschließenden Wrecking Machine richtig schön mitröhren konnte. Obwohl die Party danach noch weiter ging, war für mich das Fanfest 2016 an dieser Stelle zu Ende. Erledigt, aber zufrieden bin ich Wrecking-Machine-summend ins Hotel zurückgekehrt.

Am Montag gab es dann noch eine kleine Fanfest-Bonusrunde. Neovenator und Memphis Vaille wurden von GM Stinger zu einer Erkundungsreise in Islands Süden eingeladen. Netterweise dachten sie an mich und meinen Mietwagen und baten uns, sie dabei zu begleiten. Ein weiterer Begleiter auf dieser Tour war Max Singularity, der als Space Pope in EVE eine echte Berühmtheit ist. Außerdem war auch noch CCP Leeloo mit von der Partie. Dieser Ausflug war noch einmal ganz großartig. GM Stinger hat uns zu tollen Sehenswürdigkeiten geführt und die Gruppe hatte viel Spaß zusammen. Das Wetter war an diesem Tag auch noch ein mal richtig gut. Es hat einfach alles gepasst.

Insgesamt war dieses Fanfest sogar noch besser als mein erstes. Ein wichtiger Punkt dabei war, dass ich dieses Mal schon sehr viele Leute vor Ort kannte. Gemeinsam macht das Fanfest einfach noch mehr Spaß. Es steht jetzt eigentlich auch schon ziemlich sicher fest, dass ich beim nächsten Fanfest (6. bis 8. April 2017) dabei sein werde.

Bis dahin dauert es aber noch ein bisschen, und damit mir die Zeit nicht zu lang wird, werde ich dieses Jahr auch wieder andere Spielertreffen besuchen. Zum Beispiel stehen jetzt das Datum und der Veranstaltungsort für das diesjährige G-Fleet-Treffen fest. Es findet am 16. & 17. September in Düsseldorf (quasi vor meiner Haustür) statt. Und wenn der Eintrittspreis nicht zu hoch ist, werde ich mit Sicherheit wieder dort sein. Das gleiche gilt für EVEsterdam, das am 12. & 13. November stattfindet.

Bitte lasst mir einen Kommentar da, wenn ihr noch etwas über das Fanfest wissen wollt oder wenn ich über irgendeinen Punkt noch etwas mehr schreiben soll. Drei Tage in einen Beitrag zu packen ist relativ schwer. Ich hoffe ich konnte ein wenig rüberbringen, wie es auf dem diesjährigen Fanfest war. o7