image
Als ich beim EVE Fanfest den Präsentationen über Wurmlöcher und ihre Bewohner gelauscht habe, dachte ich noch, dass die Jungs da etwas völlig Anderes unter Wurmlochleben verstehen als ich. Die Corporations oder Allianzen waren größer, die Flotten hatten mehr Piloten, Capital Schiffe kamen ganz selbstverständlich zum Einsatz und alle lebten in den Wurmlöchern der Klassen C5 und C6. Dieser letzte Unterschied besteht aber seit dieser Woche nicht mehr. Zusammen mit anderen Mitgliedern meiner Corp. bin ich jetzt nämlich auch von einem C4- in ein C5-Wurmloch umgezogen.

Das C4-Wurmloch der EMSI, in das ich vor sieben Monaten mit eingezogen bin, ist in der letzten Zeit etwas zu klein für die Corporation geworden. Es kam immer häufiger vor, dass mehr Piloten im Wurmloch Geld verdienen wollten, als es das C4 und seine angrenzenden Wurmlöcher zuließen. Darum entschied sich die Corp.-Leitung dazu, die Aktivitäten der Corp. auf ein weiteres Wurmloch auszuweiten.

Als diese Entscheidung bekannt gegeben wurde, war ich mir erst nicht sicher, ob ich die Idee gut finde und mit umziehen würde. Gefühlt war ich erst vor kurzem in dem aktuellen Wurmloch angekommen und der Gedanke daran, 24 PI-Kolonien abreißen und wieder aufbauen zu müssen, war auch keine echte Motivation. Dazu kam noch, dass zu dieser Zeit meine Begeisterung für EVE Online sowieso nicht die größte war und ich lieber Zeit mit anderen Dingen verbrachte. Ein Wurmloch-Umzug schien mir wirklich wenig verlockend.

Aber das war alles vor dem EVE Fanfest. Und wenn das Fanfest für eine Sache bei mir gut ist, dann dafür, meinen Spaß an EVE wieder in Gang zu bringen. Während ich mich auf meine Reise nach Island vorbereitete, bereitete die Corp. den Umzug vor. Scouts suchten nach geeigneten Wurmlöchern, FCs ersonnen neue Flotten-Zusammenstellungen und es wurden Pläne geschmiedet, wie man eventuelle Bewohner aus ihrem zu Hause wirft. Beim Fanfest wuchs meine Lust auf EVE Online wieder mit jedem Tag, genau wie meine Lust auf eine Herausforderung und etwas Neues.

So ein Wurmloch der Klasse C5 ist um einiges gefährlicher als eins der Klasse C4. Alleine die Tatsache, dass aus einem angrenzenden Wurmloch nicht nur Schlacht- sondern auch Capital-Schiffe angreifen können, ist nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass auch der Kampf gegen die Sleeper (NPC) schwerer wird und man bessere/größere Schiffe braucht. Allerdings wird die größere Gefahr auch durch größere Einnahmemöglichkeiten ausgeglichen.

Noch während ich beim Fanfest war, wurde ein passendes Wurmloch von unseren Scouts gefunden und viele fleißige Corp.-Mitglieder begannen damit, Schiffe und Ausrüstung für den Einzug in Stellung zu bringen. Als ich zurück in Deutschland war, war meine erste Aufgabe, selbst ein paar geeignete Schiffe zu verlegen. Dabei habe ich, wie letzte Woche bereits berichtet, auch gleich noch viele nicht benötigte Schiffe aus dem alten Zuhause abtransportiert.

Diesen Montag war uns Bob, der Wurmloch-Gott, sehr gnädig und das neue Zuhause unserer Wahl hatte eine Verbindung in den High Sec und das auch nur wenige Sprünge von dem System entfernt, in dem wir unsere Schiffe lagerten und die Kapselpiloten auf ihren Einsatz warteten. In einem PvP-tauglichen Schiff machte ich mich auf den Weg in mein hoffentlich neues Zuhause. Als erster Anlaufpunkt befand sich in dem neuen Wurmloch schon eine POS, an der sich alle sammeln konnten. Die Vorbereiter hatten ganze Arbeit geleistet, denn in der POS standen auch jede Menge Schiffe und Ausrüstung parat.

EVE Online Ships and POS

Eine POS als temporäres zu Hause

Die Aufgaben für den ersten Abend im neuen Wurmloch standen auch direkt fest: Der Aufbau der ersten eigenen Zitadelle musste verteidigt und die feindliche Astrahus-Zitadelle angegriffen werden. Was wir dann auch prompt und ohne eine gegnerische Einmischung taten. Wodurch auch das Programm für die nächsten Abende festgelegt war. Denn durch unseren ersten erfolgreichen Angriff wurde nur das Schild der Zitadelle zerstört. Am nächsten Tag würden wir die Panzerung zerstören können und am übernächsten Tag die Struktur und damit auch endlich die gesammte Zitadelle.

EVE Online Ships Astrahus

Anflug auf das Ziel

Erst mal feierten wir aber den ersten erfolgreichen Angriff, indem wir mit unserer PvP-Flotte etwas PvE betrieben. Dabei bekamen es nicht nur die Sleeper mit uns zu tun, sondern wir forderten auch noch ein Drifter-Schlachtschiff heraus und machten ihm den Garaus. Der Wert des dabei erbeuteten Materials zeigte, wie viele ISK in dem neuen Wurmloch zu holen waren. In dem alten Wurmloch hätte die Flotte zwei bis drei Mal so lange für diesen Betrag benötigt.

EVE Online Ships Drifter

Die Abriss-Flotte jagt einen Drifter

Für Dienstag und Mittwoch rechneten wir mit einer Gegenwehr der Wurmlochbewohner. Durch unseren ersten Angriff wurden sie per EVE-Mail informiert, dass ihre Astrahus unter Feuer stand. Sicher würden sie das nicht einfach so geschehen lassen. Doch genau das taten sie. Weder am Dienstag noch am Mittwoch erfolgte irgend eine Gegenwehr. Entweder wollten oder konnten uns die Gegner nichts entgegensetzen. Und so kam es dann, dass wir uns am Mittwoch über ein schönes Feuerwerk und ca. 3 Billionen ISK in Form von Loot freuen durften. Hier ist die dazugehörige Killmail.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das war aber nur der erste Schritt auf dem Weg, eine C5-Corp. bzw. ein C5-Bewohner zu werden. Unsere Corp. muss noch weitere Strukturen der ehemaligen Bewohner zerstören und durch eigene ersetzen. Und um das Wurmloch besser verteidigen zu können, brauchen wir noch mehr Schiffe und Zitadellen. Auch ich muss wieder neue Schiffe kaufen und zusammen mit weiterer Ausrüstung in mein neues zu Hause bringen. Und wenn ich das dann erledigt und mal ganz viel Langeweile habe, dann baue ich auch die 24 PI-Kolonien wieder auf. Bis es soweit ist, könnte es aber noch etwas dauern. o7